Aktuelles Wohnungsdefizit auf Rekordhoch

In Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen, darunter vor allem bezahlbare und Sozialwohnungen. Um dieses Defizit bis 2030 abzubauen, müssten jährlich rund 400.000 Wohnungen neu gebaut werden. Damit ist in den kommenden Jahren aber kaum zu rechnen.

Im November 2025 wurden 20.100 Wohnungen zum Bau genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 12,5 Prozent mehr als im November 2024. Im Zeitraum von Januar bis November 2025 wurden in Deutschland 215.500 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 11,3 Prozent oder 21.900 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 17,0 Prozent und für Mehrfamilienhäuser, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, um 13,5 Prozent.

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen bewertet die Zahlen mit Vorsicht. „Der Wohnungsbau liegt weit hinter dem zurück, was nötig wäre, um in unserem Land für eine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. Und genehmigt ist eben nicht gebaut. Die Baustarts sind die entscheidende Kennzahl: Erste Analysen zeigen uns, dass die Baustarts noch nicht anziehen“, betont BFW-Präsident Dirk Salewski.

Nur mit bezahlbaren und praktikablen Standards kann der Wohnungsbau sein volles Potenzial entfalten und den Wohnungsmarkt entlasten. Fachleute sind sich einig: Der Gebäudetyp E bietet neue Chancen und muss das neue Normal werden.

„Die Zahlen sind ermutigend – aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin dringend strukturelle Erleichterungen brauchen“, erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Stabile Wachstumszahlen würden nur mit pragmatischen Reformen erreicht, beispielsweise beim Gebäudetyp E oder bei der Novelle des BauGB. „Der Gebäudetyp E muss als klar definierter, kostenoptimierter Basisstandard ausgestaltet werden – nicht als kompliziertes Sondermodell mit zusätzlichen Haftungsrisiken“, so Özkan. Gleichzeitig fordert der ZIA eine mutige Novellierung des Baugesetzbuchs, die Wohnungsbau erleichtert, Verfahren digitalisiert und Vorschriften entschlackt.