Weltweite Krisen und geopolitische Konflikte treiben die Energiepreise erneut nach oben. Für Immobilieneigentümer stellt sich damit die Frage, wie sie auf die Entwicklung reagieren können. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warnt vor den langfristigen Kostenrisiken neuer Gasheizungen.
Ein Barrel Öl kostet Mitte September 2026 mehr als 100 Dollar, das sind rund 60 Prozent mehr als vor dem Krieg in Nahost. Der Gaspreis lag bei mehr als 80 Euro je Megawattstunde, ein Plus von 180 Prozent. Die hohen Gaspreise wirken sich auch auf den Strommarkt aus. Gaskraftwerke werden häufig eingesetzt, wenn günstigere Erzeugungsarten nicht ausreichen. In diesen Stunden können sie als sogenannte Grenzkraftwerke den Börsenstrompreis bestimmen.
Langfristig drohen vor allem bei fossilen Energieträgern weitere Kostensteigerungen und können in den kommenden Jahren für viele Haushalte zur Belastung werden. Das Heizen mit Erdgas und Holzpellets war bereits im Abrechnungsjahr 2025 deutlich teurer als zuvor. Das zeigt der neue Heizspiegel für Deutschland 2026 der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Verbraucher können unter www.co2online.de selbst prüfen, wie hoch ihre Heizkosten im Vergleich sind. Am deutlichsten zeigten sich die Preissteigerungen bei Erdgas und Holzpellets. Je nach Gebäudeart lagen die Kosten um bis zu 15 beziehungsweise 24 Prozent über dem Vorjahr.
Durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) haben Eigentümer zwar wieder die freie Wahl beim Einbau einer neuen Heizung und können weiter auf fossile Energieträger wie Gas setzen. Für Vermieter wirkt das zunächst attraktiv, weil Gasheizungen in der Anschaffung meist viel günstiger sind. Doch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) warnt und rät Immobilieneigentümern, Alternativen – insbesondere Wärmepumpen – sorgfältig zu prüfen.
Der Grund: Neue fossile Heizungen müssen stufenweise mehr klimafreundliche Gase nutzen. Die sogenannte Biotreppe ist ein gesetzlicher Stufenpfad im neuen GModG. Die Modellrechnung zeigt: Mit Gas zu heizen wird nicht nur für Mieter deutlich teurer. Durch die neue gesetzliche Regelung müssen sich auch die Vermieter an den Mehrkosten für fossiles Heizen beteiligen und werden ebenfalls stärker belastet.
Foto: © Michal Krenovsky, Pixabay 2026 (Symbolbild, Authentic Image)