Bauen in Zeiten von KI wie im vorigen Jahrhundert? Das mag schön anzusehen und für den Denkmalschutz sinnvoll sein. Doch so lässt sich die große Lücke bei den fehlenden Wohnungen kaum schließen. Gefragt sind neue Methoden und Baustoffe, innovative Verfahren und passende gesetzliche Rahmenbedingungen.
Die Ansätze für zeitgemäßes Bauen sind vielfältig. Wie sich beispielsweise aus Wüstensand Baumaterial herstellen und dafür die Energie der Sonne direkt nutzen lässt, erarbeitet derzeit das Gründungsprojekt AddiSol. Mithilfe konzentrierter Sonnenenergie soll der Sand so stark erhitzt werden, dass er schmilzt und anschließend zu einem festen, steinartigen Material erstarrt.
Forschende der Universität Stuttgart haben zudem ein kompaktes, flexibles und wirtschaftliches Deckensystem für den mehrgeschossigen Holzbau getestet. Sie zeigen damit, wie Geschossdecken nachhaltig aus einem neuartigen Holz-Beton-Verbundsystem hergestellt werden können. Geschossdecken aus Stahl und Beton verursachen rund 40 Prozent der grauen Emissionen von Gebäuden. Für komplexe, mehrgeschossige Gebäude fehlte bislang jedoch eine praxistaugliche Alternative.
Der Bau neuer Häuser ist immer ein Gemeinschaftsprojekt. Bauunternehmer wissen seit jeher, wie stark der Erfolg vom Zusammenspiel vieler einzelner Komponenten abhängt. Neue Zeiten – Stichwort KI – bringen neue Anforderungen mit sich, die sich durch gute Kooperation und Kommunikation letztlich zu einem gelingenden Ganzen zusammenfügen lassen. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen haben sich auf einer Tagung unter dem Titel „Planen, Bauen, Zukunft – Modular für Baukultur, Nachhaltigkeit und Effizienz“ damit beschäftigt, wie modulares und serielles Bauen dazu beitragen kann, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Das Ergebnis: Modulares Bauen kann das Bautempo steigern, Kosten einsparen und zugleich eine gute Qualität ermöglichen. Dazu Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer NRW: „Wir reden über Interdisziplinarität, aber wir müssen sie leben.“ Um zu verhindern, dass heute die Probleme von morgen gebaut werden, sei eine an Nachhaltigkeit orientierte Baukultur von besonderer Bedeutung.
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